Die 16 Bachelorarbeiten der Absolventinnen und Absolventen des Studiengangs „Visual Journalism and Documentary Photography“ zeigen Themen von individueller Lebensgestaltung über Umwelt- und Arbeitsfragen bis hin zu politischen, sozialen und historischen Prozessen.
Die Arbeiten untersuchen, wie Menschen ihren Platz in der Gesellschaft finden, wie Landschaften, Städte und Kulturen sich verändern und wie Erinnerung, Identität und Zugehörigkeit visuell erzählt werden können. Präzise und sensibel fotografieren und filmen die Absolvent:innen Menschen, Orte und Ereignisse und hinterfragen bestehende Narrative auf subtile, aber eindringliche Weise.
So zeigt „Einfach nur Familie“ von Kseniia Apresian vielfältige Familienkonzepte, die jenseits traditioneller Normen existieren, während „made with love and a little bit of science“ von Nico Baesecke das Thema mit dem Labor verknüpft: Familienplanung mittels Samenspende.
Simon Belperio hinterfragt mit „Stranger you become“ historische und gegenwärtige Perspektiven auf Migration. Mit „Roulettenburg“ thematisiert Serghei Duve das Glücksspiel in Deutschland und untersucht, was Abhängigkeiten begünstigt und stabilisiert. Mit „Revisiting the agrarian community protest“ reiste Paul Hartinger nach Indien, um Agrarkrisen und soziale Ungerechtigkeiten sichtbar zu machen.
Markus Heft hingegen bewahrt in „Für uns geträumt“ Geschichten von älteren queeren Menschen in Deutschland auf. In „Ohnmacht“ zeigt Michael Matthey Menschen, die ihren Weg aus Krisen gefunden haben. Paul Muders untersucht in „Allmende: Vom gemeinsamen Werden“ das gemeinschaftliche Wohnen auf einem Hof in Norddeutschland, während in „God’s Ranch“ Alexander J. Nowak von religiösen Erziehungscamps in Texas erzählt und ein Portrait einer fundamentalistisch geprägten Region zeigt.
Julius Schien dokumentiert in „Rechtes Land“ Tatorte rechter Gewalt in Deutschland und schafft ein visuelles Archiv gegen das Vergessen der Opfer, während Matthias W. Schulz in „Gegenwart der Vergangenheit“ kreative Formen der Geschichtsvermittlung sammelt. In „Grenzschicht“ verortet Miriam Schwab persönliche Gefühle in Landschaften des Südschwarzwalds.
Carlotta Steinkamp untersucht in „I love you, but at what cost?“ die Kommerzialisierung von Liebe und Ehe und fragt, wer finanziell von romantischen Beziehungen profitiert, Magdalena Vidović setzt sich in „Unter der Erde“ mit Verlust, Erinnerung und der Suche nach der Identität des früh verstorbenen Vaters auseinander, während Stella Weiß in „Eisenbahnstraße“ den Blick nach Leipzig richtet, zwischen Gentrifizierung, Migration und alltäglichem Zusammenleben. In „Zeitweh“ schließlich beobachtet Alex Wohn die japanische Insel Okinawa als Raum überlagerter historischer und politischer Ordnungen.